Toller Teamtag Grace Academy

Ein herzliches Danke an die Abschlussklasse 2015/16 der Grace Academy Schweiz für das Geschenk!


Mit ihrem grosszügigen Geschenk an die Dozenten liess sich am 19. Mai 2017 ein ausserordentlich gelungener Grace Academy Teamtag verwirklichen. Einmal nicht lehren, sondern zuhören und lernen war angesagt. Für einen Tag wurden Schulleitung, Assistenz und Dozenten zu wissbegierigen Studenten auf den Spuren der Reformation in Zürich.

Jetzt ist jeder wach

Gut gewählter Start in einem Café

Nach einem schnellen Kaffee im Stehen war jeder fit.

Der Muntermacher wirkte, flotte Sprüche machten die Runde! Der Eingang zum Fraumünster lag gleich gegenüber des Bistros, wenige Schritte entfernt. Allerdings merkte das keiner und es ging erst einmal um das Fraumünster herum bis der richtige Eingang wieder gefunden wurde.

Man stelle sich die Blicke und das Lachen vor.

Im Fraumünster offenbart sich das Wort

Erste Etappe ist das Fraumünster, das zu dieser Zeit entscheidend von der mächtigen und einflussreichen Äbtissin Katharina von Zinnen geprägt wurde. Sie hörte Zwingli das Wort auf neue Art auslegen und war beeindruckt. Von da an unterstützte sie die neue Bewegung. Es wurde klar, mit der Reformation kam das WORT ins Zentrum! Mit einer kirchengeschichtlich bewanderten und bibelfesten Führerin und Archivarin des Fraumünsters hörten sogar die Pastoren Neues und Spannendes. Sie liess nicht nur die so wichtige Zeit der Reformation in Zürich lebendig werden, sondern führte ihre aufmerksamen Zuhörer auf eine sonst gesperrte Galerie im Fraumünster. Was für ein Privileg und dann erst der grandiose Blick auf die berühmten Chagall-Fenster.

Den gläubigen Juden Marc Chagall hatte der Geist der Reformation noch Jahrhunderte später erfasst. In den fünf - man bemerke 'fünf' - Fenstern dominiert die Farbe blau. Gleich zwei Merkmale, die auf Gottes Gnade hinweisen. Chagall meinte einmal, befragt was ihn zu den Darstellungen auf den Fenstern inspiriert hätte, "Für mich ist die Quelle die Bibel!" Das sieht man in jedem kleinen Detail der Glasmalerei.

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Kunstvolle 'Predigt' über Jahrzehnte aktuell

Das Prophetenfenster mit Jeremia in blau gekleidet, darüber ein Adler mit blauen ausgestreckten Flügeln und dem Schöpfergott oberhalb. Unten Jesaja, der sich vom Gesetzbuch wegdreht hin zum Heil. Faszinierend die Erläuterungen zu den vielen Darstellungen auf dem Gesetzes-, Jakobs-, Christus- und Zionfenster. Statement von Pastor Erich: "So ein Fenster - das ist eine ganze Predigt!" Das hatte unsere Führerin noch nie gehört. Ein reger Austausch über die Zusammenhänge vom Wort Gottes, dem Einfluss der Reformation auf Chagall und sein Verständnis über Gnade entstand, was allen Beteiligten sichtlich Spass machte.

Wenn das nicht Gnade ist...

Nach fast zwei Stunden zum Schluss noch ein Highlight - ein weiteres Fenster mit Glasmalerei im seitlichen Kirchenschiff. Was bedeutet Gnade? Genau - Ruhe, denn das Werk ist vollendet. Stark wie Giacometti in seinem letzten, gigantischen Glasfenster "Himmlisches Paradies" das zum Ausdruck bringt. Darauf ist Gott, der Vater und zu seiner Rechten Jesus Christus abgebildet, darunter alle Propheten und die Evangelisten - und alle sitzen! Sie ruhen. Umrahmt ist das Ganze von Engeln, die anbeten. Fasziniert versuchte jeder die Botschaft in dem Bild zu erfassen. Kaum hatte sich die Kirchenführerin verabschiedet unterbrach Pastor Ben das sprachlose Staunen und brachte es auf den Punkt, "Für mich ist das wie eine Predigt gewesen... Mega!"

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Ein Besuch mit Führung ist absolut empfehlenswert!

Was für eine grossartige Idee für diesen Tag in Zürich.

 

Auf den Spuren der Reformation in der Zürcher Altstadt

GA Teamtag 11 GA Teamtag 25Munter ging es durch die engen Gassen der Altstadt, was auch Regen nicht trüben konnte. Wer lässt sich schon von Umständen aus der Ruhe bringen - getragen von Gnade.Gestärkt nach einem leckeren Mittagessen in fröhlicher Runde, ging es weiter mit einer Religions- und Kunstgeschichtlerin - jetzt tatsächlich zu Fuss durch die Orte der Reformation, die sich in Zürich an markanten Plätzen abgespielt hat.

Seit 1933 ist Zürich offiziell reformiert. Von da ab gab es kein Zölibat mehr. Auch hier wieder, das WORT kam in den Mittelpunkt. Anstelle einer Messe, wurden neu WORT-Gottesdienste abgehalten.

 

GA Teamtag 12 GA Teamtag 15 GA Teamtag 17Es geschah so viel in dieser Zeit, die Disputationen zu biblischen Fragen, die Übersetzung der Bibel in Schweizer Deutsch, die Flugschriften durch den Zürcher Drucker Christoph Froschauer - beste PR, die zur Verbreitung beitrug -, die Almosenverordnung... Und was wollte Pastor Ben unbedingt sehen, "Wo war das 'grosse Wurstessen'?" Nicht so banal wie es klingt. Für die Reformation in der Schweiz war das Wurstessen, das 1522 am ersten Sonntag der Fastenzeit abgehalten wurde, mit vielen Geistlichen sowie wichtigen Leuten Zürichs, genauso bedeutend wie der Wittenberger Thesenanschlag für die lutherischen Kirchen. Zwingli war mit dabei, aber er ass nicht mit. Trotzdem, mit der Reformation wurde das Fasten dann aufgehoben. Sie waren damals schon weiter, als so manche heute.

Pastor Erich stellte immer wieder Bezug her zur Gnade. Das macht die Fremdenführerin neugierig und sie wollte mehr wissen über Gnade und Zusammenhänge. Ein reger Austausch entstand.

Zwingli ganz nah

Wieder ein spezieller Moment - die Amtsstube von Zwingli wartete auf uns.  Hier inmitten der holzvertäfelten Wände hatten Jud und Zwingli diskutiert, was kommt in die Bibel und was nicht.

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An so einem Ort zu sein, den Holztisch zu berühren, an dem Zwingli seine Ellbogen aufgestützt oder etwas niedergeschrieben hatte, war sehr besonders. Seine Botschaft hatte so vielen Menschen Freiheit gebracht und er hatte alles dafür getan, die Reformation vorwärts zu bringen. Dieses Thema lag dem Reformator am Herzen - und irgendwie war dies hier deutlich spürbar.

Nach gut zwei Stunden verabschiedete sich die Fremdenführerin mit den Worten "Für mich ist es unvergesslich gewesen!" Dem schlossen sich alle Beteiligten an und fügten unisono hinzu: "Das war ein schöner Teamtag! Danke an alle Studenten, die dies erst möglich machten."

Autor: Susanne van Hees

 

 

 

 

About The Author

Susanne van Hees

Susanne van Hees, Public Relations Beraterin und Dozentin für Communications & Public Relations an der Grace Academy Schweiz und International. Sie ist Co-Autorin des 2015 im Grace Today Verlag erschienen Buches von Erich Engler „Getragen von Gnade“ und ist verantwortlich für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit in der Grace Family Church, Bubikon/Schweiz.